Was die Familie braucht, wenn der Plan heißt: ins Auto und zu einem sicheren Ort mit Vorräten.
Ruhe zuerst. Wenn ihr ein sicheres Ziel habt – Verwandte, ein Haus mit Vorräten – dann ist dort alles da. Das Risiko liegt auf der Fahrt dorthin. Diese Liste deckt genau die Fahrt ab, in der Reihenfolge, in der die Dinge über Gelingen oder Scheitern entscheiden.
1
Voller Tank + Reservekanister
Sprit ist der einzige Punkt, an dem der ganze Plan scheitern kann. Tankstellen-Pumpen brauchen Strom – bei einem Blackout könnt ihr unterwegs nicht nachtanken. Tank dauerhaft über halb halten, dazu ein zugelassener Reservekanister (10–20 L, RKK- oder UN-Prägung).
E-Auto: vorher voll laden und die Route mit funktionierenden Ladepunkten kennen – sonst ist der Plan fragil.
2
Bargeld in kleinen Scheinen
Bei Stromausfall keine Kartenzahlung, kein Geldautomat. Wer bar zahlen kann, kommt weiter – an einer notstromversorgten Tankstelle, an einer Mautstelle, überall. Eng gekoppelt an Punkt 1: Sprit nützt nichts, wenn man ihn nicht bezahlen kann.
3
Dokumentenmappe griffbereit
Ausweise oder Pässe für alle Mitfahrer (Kinder brauchen seit 2024 ein eigenes Dokument – Personalausweis oder Reisepass), Geburtsurkunden, Fahrzeugschein, Führerschein, Versichertenkarten und wichtige Adressen + Telefonnummern auf Papier. Leicht, oft vergessen, ohne sie Ärger an jeder Kontrolle.
4
Auto fahrtüchtig + Pannen-Kit
Starthilfe-Powerpack, Reifenpannenset oder Ersatzrad mit Wagenheber, Grundwerkzeug, Abschleppseil. Warndreieck, Warnwesten für alle und ein frischer Verbandskasten sind Pflicht – jetzt prüfen. Im Ernstfall kommt kein Pannendienst.
5
Strom & Navigation
Handys voll, mindestens zwei Powerbanks, Auto-Ladegeräte. Karten vorab offline laden und einen Papier-Straßenatlas dabei haben – Netz und GPS können ausfallen, Papier nicht.
6
Kurbel- oder Batterieradio
Ohne Netz und Internet die einzige Quelle für offizielle Warnungen und Straßensperren. Ihr müsst wissen, welche Route überhaupt frei und sicher ist, bevor ihr losfahrt – sonst fahrt ihr in die Falle. (DAB+ / UKW)
7
Medikamente + Erste-Hilfe
Dauermedikamente aller Mitfahrer mit reichlich Puffer – Apotheken können geschlossen sein. Dazu Schmerz- und Fiebermittel und ein echtes Erste-Hilfe-Set über den Pflicht-Verbandskasten hinaus.
8
Wasser + haltbare Verpflegung
Rund 2 Liter Wasser pro Person und Tag, dazu sofort essbares Essen ohne Kochen (Riegel, Nüsse, Brot). Genug für die Fahrt plus Puffer bei Stau oder Panne – das Ziel selbst ist ja versorgt.
9
Wärme
Decken oder Schlafsäcke, warme Kleidung, feste Schuhe für alle. Bleibt ihr bei Panne oder Stau über Nacht im stehenden Auto, ist Auskühlung die reale Gefahr – besonders im Winter und für Kinder.
10
Licht
Stirnlampen, damit die Hände frei bleiben, dazu Taschenlampen und Ersatzbatterien. Ein Blackout bedeutet Dunkelheit – ein Reifenwechsel im Dunkeln ohne Licht ist kaum möglich.
Darüber hinaus
FFP2-MaskenMultitool + FeuerzeugFeuchttücher + KlopapierMüllbeutelErsatzbrilleLadekabel-Setkleines Spielzeug / Buch
Kinder & besondere Bedürfnisse
Eine Krise ist Reizüberflutung und ein kompletter Bruch der Routine. Für Kinder und Menschen mit besonderen Bedürfnissen entscheidet Vertrautes über ruhig oder Eskalation: das Kuscheltier oder ein vertrauter Gegenstand, Kopfhörer oder Ohrenschützer gegen den Lärm, etwas zum Beschäftigen. Das ist keine Spielerei – es ist Sicherheit, auch für den, der fährt.
Jetzt vorbereiten
Der eigentliche Trick: Notgepäck wirkt nur, wenn es griffbereit ist. Packt die Dokumentenmappe und eine Kiste mit Punkt 5 bis 10 im Voraus in den Kofferraum und haltet den Tank über halb. Im Ernstfall bleibt keine Zeit zum Suchen – dann zählt nur: alle rein, Schlüssel, los.